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von Klaus Huber
20. September 2026
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Nur noch der Mut erhält die Welt

Aus dem Schreibgiebel · September 2026

Nur noch der Mut erhält die Welt

Sechs neue Gedichte über das Wagnis, man selbst zu bleiben

Wenn die Nacht zum Fest wird

Es ist Anfang September. Klaus Huber kann nicht schlafen. Aber statt sich zu ärgern, erkennt er: Was ihn wach hält, ist kein Fluch – es ist Dankbarkeit. Die Worte des Tages hallen nach, und aus der schlaflosen Nacht wird ein Fest:

Nächtliches Fest

Was dich nicht mehr schlafen lässt,
wird dir nachträglich zum Fest:
eine Botschaft, die am Tag
dich ermutigen vermag.

In der Nacht hallt plötzlich nach,
was andern aus dem Herzen sprach.
So schallt weiter manches Wort
in Erinnerung noch fort

– dies aus tiefer Dankbarkeit
für das Echo jener Zeit.

Klaus Huber

Auf Hesses Spuren – und den eigenen

Wenige Tage später besucht Klaus Huber die Hermann-Hesse-Ausstellung in der Kunsthalle Messmer in Riegel. Frühmorgens um fünf, noch unter dem Eindruck des Vorabends, schreibt er ein Gedicht, das er sich lange nicht getraut hätte. Er wagt den Vergleich – bescheiden, aber ehrlich:

Wagnis

Nach dem Besuch der Hesse-Ausstellung in Riegel

Hermann Hesse auf den Spuren,
streife ich auf seinen Fluren,
die ihm Bilder, Texte schenkten,
seinen Blick auf Schönes lenkten.

Er hat mir in meinem Leben
Mut gemacht und viel gegeben.
Doch – ich bleibe ganz bescheiden,
wage doch zu manchen Zeiten

Parallelen zu entdecken,
die in meiner Seele stecken.
Geduld ist eine hohe Tugend
im Alter, auch schon in der Jugend,

bis die Welt um uns erkennt
unser Wirken dank Talent.

Klaus Huber

Noch am selben Abend folgt das nächste Gedicht – als hätte „Wagnis" den Damm gebrochen. Wer sich mit Hesse vergleichen darf, der darf auch eigene Wege gehen. Und zu ihnen stehen:

Selbstermutigung

Eigene Wege musst du gehen,
mutig auch zu ihnen stehen.
Möchten auch nicht alle folgen
– manch ein Licht bricht durch die Wolken,

unter denen wir uns mühen,
auf dem Weg voran zu ziehen.
Wenn wir bei uns selber wohnen,
wird sich dies im Leben lohnen.

Einsam, hierbei doch befreit
– auf dem Weg zur Ewigkeit
nutzen wir noch jene Frist,
die uns noch gegeben ist.

Klaus Huber

Hoffnung an die Spur heften

Zwei Tage später, am 9. September, wird der Ton nachdenklicher. Die Nachrichten, die Welt, das Unheil – Klaus Huber sieht es, und er fragt sich: Was bleibt? Was hinterlassen wir? Die Antwort: Hoffnung. Angeheftet an die Spur, die wir ziehen:

Nachdenkliche Besinnung

Unheil, das wir vor uns sehen,
weckt in mir den Wunsch, zu gehen,
um hierbei doch noch nach Kräften
Hoffnung an die Spur zu heften,

die wir später hinterlassen
denen, die – deutlich – erfassen,
was als Erbe wir verschenken,
wenn wir sie zum Guten lenken.

Klar wird erst in fernen Welten,
welche Werte letztlich gelten,
sind wir von der Last befreit
und erlöst in Ewigkeit.

Klaus Huber

Unbequeme Wahrheiten

Am 10. September dann das vielleicht politischste Gedicht, das Klaus Huber je geschrieben hat. Kein Paarreim über Naturidylle – sondern ein scharfer Blick auf die Meinungsfreiheit. Auf das Gewicht jedes einzelnen Wortes. Und auf den Mut, es trotzdem zu sagen:

Sprach-Schwierigkeiten

Es fällt schwer, zurückzuhalten
zwischen mächtigen Gestalten,
die im Grunde uns bedrängen,
Meinungsfreiheit einzuengen,

statt ganz offen, frei zu sagen,
was im Grunde wir beklagen.
So erschwert es automatisch,
notgedrungen diplomatisch

anzuprangern, was belastet,
dass man jedes Wort ertastet,
ob es auf gute Erde fällt.
Nur noch der Mut erhält die Welt.

Klaus Huber

Wieder aufstehen

Und dann, am 15. September, das persönlichste Gedicht dieser Reihe. Klaus Huber gibt zu, was er sonst in Versen versteckt: Dass der Mut ihm bisweilen fehlt. Dass es Tage gibt, an denen das Weiterleben schwer fällt. Aber dann – ein einziges Wort, ein Echo, eine Anerkennung – und die Kraft kehrt zurück:

Wohltuende Wende

Fehlt bisweilen mir der Mut,
fortzuleben, tut mir gut
plötzlich wieder schon ein Wort,
das erklingt, um immerfort

zu bekunden, was man jetzt
doch an meinem Wirken schätzt.
Dies verleiht mir neue Kraft,
die – aufrichtend – es nun schafft,

um dann von neuem aufzusteh'n
und mit Mut weiterzugeh'n.

Klaus Huber

Sechs Gedichte, ein roter Faden: Mut. Der Mut, in der schlaflosen Nacht aufzustehen und zu schreiben. Der Mut, sich mit dem großen Hesse zu messen. Der Mut, eigene Wege zu gehen – auch wenn niemand folgt. Der Mut, Hoffnung zu hinterlassen. Der Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Und der Mut, nach einem Tief wieder aufzustehen. Weil ein einziges Wort genügt.

Nur noch der Mut erhält die Welt.
· · ·

Über den Autor

Klaus Huber, geboren in Achern, ist pensionierter Grundschullehrer, Lyriker und freier Autor. Als „Klaus vom Dachsbuckel" verbindet er in seinen Gedichten der Begegnung und Ermutigung Heimatverbundenheit mit christlichen Werten und feinsinnigem Humor. Im Juli 2026 feierte er seinen 80. Geburtstag – und dichtet weiter, fast täglich.

Weitere Werke: www.klausvomdachsbuckel.de

Mut Klaus Huber Poesie

Klaus Huber, pensionierter Grundschullehrer aus Achern, widmet sich mit Leidenschaft der Lyrik und dem geschriebenen Wort. Als freier Autor und ehemaliger freier Mitarbeiter der regionalen Presse und ebenso als Textdichter für Chormusik, (wobei er nur Texte in deutscher Sprache verfasste), schafft er Gedichte der Begegnung, der Ermutigung und der Lebenshilfe. Seine vielfältigen Werke reichen von Auftragsgedichten für festliche Anlässe über Chorliedertexte hin zu besinnlichen Aphorismen. Mit seinen Lesungen in Gemeindezentren und bei kulturellen Veranstaltungen bereichert er das kulturelle Leben der Ortenau. Als überzeugter Ökumeniker und Initiator sozialer Projekte wie „ISS gemeinsam" verbindet er in seinem Schaffen christliche Werte mit warmherziger Menschlichkeit. Seine Gedichte und Texte sind in mehreren Büchern und auf liebevoll gestalteten Spruchkarten erschienen. Hinweis zur Verwendung der Gedichte und Texte Liebe Leserinnen und Leser, die Gedichte und Texte von Klaus Huber sind Geschenke des Herzens, die gerne geteilt werden dürfen. Wir bitten Sie jedoch herzlich dabei, das Urheberrecht zu respektieren. Bei Unsicherheit über die Verwendung – sei es für Geburtstage, Jubiläen oder andere Anlässe – sprechen Sie gerne direkt mit dem Autor. Klaus Huber freut sich über jeden persönlichen Kontakt! Für die private Nutzung seiner Texte und Gedichte bittet Klaus Huber lediglich um die Nennung seines Namens als Urheber. Über eine kleine Spende für seine Kaffeekasse würde er sich natürlich besonders freuen – denn auch Poeten leben nicht nur von Luft und Liebe, sondern schätzen die Wertschätzung ihrer Arbeit. Kontakt für Anfragen: Klaus Huber ist telefonisch erreichbar unter 07841 / 53 81 oder über seine Webseite www.klausvomdachsbuckel.de